Bauchumfang bei adipösen Frauen wichtiger als bei Männern

In einer aktuell, in der internationalen Fachzeitschrift „Experimental and Clinical Endocrinology & Diabetes“ veröffentlichten  Studie haben wir untersucht, in wieweit der Bauchumfang bzw. der sagittale Bauchdurchmesser bei adipösen Frauen und Männern mit Adipositas-assoziierten Stoffwechselveränderungen verbunden ist. Insgesamt wurden 204 Frauen und 69 Männer untersucht. Bei den Frauen ging ein erhöhter Bauchumfang klar mit schlechteren Werten des Glukosestoffwechsels sowie des Fettstoffwechsels einher. Auch die Harnsäurewerte waren in Abhängigkeit vom Bauchumfang deutlich erhöht. Der gefundene Zusammenhang war dabei unabhängig vom BMI und somit vom Gesamtausmass der Adipositas. Bei den Männern war der Zusammenhang zwischen Bauchumfang und den Stoffwechselveränderungen weit weniger ausgeprägt, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass Männer bei Adipositas fast immer einen ausgeprägten Bauchumfang aufweisen, während das Fettverteilungsmuster bei Frauen deutlich heterogener ist.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen finden Sie hier.

Umstellung auf Tresiba kann Diabeteseinstellung verbessern

Aktuell wurde eine Diabetes-Studie, an der unser eSwiss Center federführend mitbeteiligt war, in der internationalen Fachzeitschrift „Diabetes, Obesity and Metabolism“ veröffentlicht. Im Rahmen der Studie wurden klinische Daten aus 96 Diabetes-Zentren in 6 europäischen Ländern mit der Frage untersucht, wie sich die Glukosestoffwechselkontrolle bei Diabetes-Patienten verändert, wenn man das ultralangwirksame Langzeitinsulin Degludec (Handelsname Tresiba) neu einsetzt. Es wurden die Krankenakten von insgesamt 1’717 Patienten mit Typ 1 Diabetes sowie 833 Patienten mit Typ 2 Diabetes analysiert. Es zeigte sich, dass sich 6 sowie 12 Monate nach der Neueinführung von Tresiba die Glukosestoffwechselkontrolle sowohl bei Typ 1- als auch bei Typ 2 Diabetes-Patienten verbessert hatte. Gleichzeitig war die Häufigkeit des Auftretens von Unterzuckerungen im Vergleich zum letzten halben Jahr vor der Therapieumstellung deutlich reduziert. Als kleiner Wehmutstropfen nahmen die Patienten mit Typ 1 Diabetes etwa ein halbes Kilogramm zu, während sich das Gewicht bei den Patienten mit Typ 2 Diabetes nicht änderte. 

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich eine Umstellung auf das Langzeitinsulin Tresiba, welches jedoch das Teuerste aller sich auf dem Markt befindenden Langzeitinsuline ist, bei Diabetes Patienten mit schlechter Stoffwechselkontrolle oder Unterzuckerungsproblemen lohnen kann. 

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Fortschritte in der Cholesterintherapie

Erhöhte Cholesterinwerte sind nachgewiesenermassen einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwa einer von 500 Menschen weist eine sogenannte familiäre Hypercholesterinämie auf, bei der auf Grund genetischer Veränderungen im Cholesterinstoffwechsel insbesondere die LDL-Cholesterinwerte deutlich erhöht sind. Betroffene Personen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie insbesondere Herzinfarkte zu erkranken. Da durch Lebensstilmassnahmen wie Ernährung und körperliche Aktivität die Cholesterinwerte nur etwa um 5 – 10 % gesenkt werden können, ist eine medikamentöse Therapie meist notwendig. Auch bei Patienten, welche auf Grund anderer Faktoren wie beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes mellitus ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollte das LDL-Cholesterin unter risikospezifisch definierte Zielwerte gesenkt werden. 

Standard ist aktuell die Therapie mit sogenannten Statinen, welche zwar sehr effektiv sind, oft jedoch nicht die LDL-Cholesterinwerte ausreichend in den angestrebten Zielbereich senken. Zudem reagieren einige Patienten mit Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen oder Leberwerterhöhung auf entsprechende Präparate, so dass die medikamentöse Therapie nicht fortgesetzt werden kann. 

Durch genetische Analysen konnte man vor etwa 10 Jahren den Cholesterinstoffwechsel, welcher im Wesentlichen durch die Leber gesteuert wird, genauer untersuchen. Man fand heraus, dass insbesondere ein Enzym mit dem komplizierten Namen „Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9“, kurz PCSK9, eine wichtige Rolle im Cholesterinstoffwechsel spielt, indem es das Recycling des LDL-Rezeptors an Leberzellen verhindert. Dieses neu generierte Wissen haben verschiedene Pharma-Unternehmen sich zu Nutzen gemacht, um Medikamente zu entwickeln, welche das Enzym PCSK9 hemmen. 

Mittlerweile sind zwei Medikamente mit den Namen Evolocumab (Handelsname Repatha, Hersteller Amgen) sowie Alirocumab (Handelsname Praluent, Hersteller Sanofi) in der Schweiz zur Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten zugelassen. Da die Medikamente humane Antikörper gegen das PCSK9-Protein sind, müssen sie alle 2 Wochen unter die Haut gespritzt werden. Die Medikamente sind hocheffektiv und sehr nebenwirkungsarm. Unter einer fortgesetzten Statin-Therapie werden dabei LDL-Cholesterinwerte nochmals um etwa 50% gesenkt. 

In einer ersten grossen Endpunkt-Studie, in die über 27'000 Patienten mit bereits etablierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeschlossen wurden, konnte Evolocumab (Repatha) die Rate neuer Herz-Kreislauf-Komplikationen um insgesamt 15 % über einen Zeitraum von 4 Jahren reduzieren. Zu betonen ist dabei, dass die Patientengruppe, die ein Placebopräparat erhielt, ebenfalls bereits schon sehr effektiv mit Statinen behandelt wurde und im Mittel ein LDL-Cholesterinwert von nur 2,4 mmol/l aufwies. Die zusätzliche Behandlung mit Evolocumab konnte das LDL-Cholesterin im Durchschnitt nochmals um 59 % auf einen Wert von 0,78 mmol/l senken. 

Ähnliche Ergebnisse werden von einer bereits abgeschlossenen Studie namens Odysee zur Wirkung von Alirocumab erwartet, in welche 17'000 Patienten eingeschlossen wurden. Die Ergebnisse dieser Studie werden in den nächsten Tagen publiziert. 

Insgesamt ist die Wirkung sowie der Wirkmechanismus der PSCK9 Hemmer extrem faszinierend. Einziger Wehmutstropfen ist, dass die entsprechenden Therapien mit aktuell etwa 6'000 Fr. pro Jahr noch sehr teuer sind. Wir müssen daher auch in unserem Zentrum sehr genau evaluieren, welche unserer Patienten am wahrscheinlichsten von solch einer teuren Therapie profitieren.

Referenz

SCHWANGERSCHAFTS-DIABETES - Unser eSwiss-Programm kommt gut an

Vor zwei Jahren haben wir ein Schwangerschaftsdiabetes-Programm implementiert, bei dem wir mehrheitlich elektronisch mit unseren schwangeren Patienten kommunizieren. Damit konnten wir den Patientenkomfort erheblich erhöhen, ohne Qualitätseinbussen hinsichtlich der Stoffwechselkontrolle zu haben. Das Programm wurde von den Patientinnen sehr gut angenommen, so dass wir in 2017 ein absolutes Rekordjahr mit mehr als 100 Patientinnen hatten, die an dem Programm teilnahmen. Der Schwangerschaftsdiabetes ist zwar keine bedrohliche Erkrankung, dennoch eine extrem wichtige Phase sowohl für die Stoffwechselprägung (auch genannt metabolic programming) des heranwachsenden Kindes als auch für die weitere metabolische Gesundheit der Mutter. Wir freuen uns sehr, dass unser Programm so gut angenommen wird und sind dankbar, dass wir so viele Frauen während ihrer Schwangerschaft begleiten durften.

eSwiss engagiert sich für MPA-Ausbildung

Erstmals seit Gründung unseres eSwiss Centers vor bald 5 Jahren haben wir nun eine Auszubildende für den Beruf der medizinischen Praxisassistentin. Frau Fiorina Beerli hat am 01.02.2018 ihr 1-jähriges Praktikum zum Abschluss ihrer insgesamt 3-jährigen Ausbildung zur medizinischen Praxisassistentin an unserem Zentrum aufgenommen. Wir wünschen ihr viel Freude und viele positive Erfahrungen bei ihrer Tätigkeit in unserem eSwiss Center. 

Ergebnis der ersten Evaluation unserer Weiterbildungsstätte Innere Medizin erhalten

In Kooperation mit der Hirslanden Klinik Stephanshorn ist das eSwiss Zentrum für Innere Medizin seit Beginn 2017 eine anerkannte Weiterbildungsstätte für „Allgemeine Innere Medizin“ und bildet seitdem Assistenzärzte in diesem Fachgebiet aus. Zur Qualitätssicherung der Weiterbildung erfolgt jeweils jährlich seitens der Ärzteorganisation FMH in Kooperation mit der ETH eine Evaluation der Weiterbildungsstätten im Sinne einer Bewertung seitens der auszubildenden Assistenzärzte. Wir haben gerade die erste Auswertung dieser Evaluation erhalten und sind mit dem Ergebnis insgesamt sehr zufrieden. Die Graphik veranschaulicht die Bewertung unseres Zentrums in verschiedenen Kompetenzbereichen im Vergleich zu grössenmässig vergleichbaren Weiterbildungsstätten. Trotz aller Zufriedenheit kann man erkennen, dass es auch noch ein klares Verbesserungspotenzial gibt, welches wir selbstverständlich im 2. Jahr unserer Weiterbildungstätigkeit ausschöpfen möchten.    

eSwiss als ärztliche Weiterbildungsstätte für Innere Medizin anerkannt

Das Schweizer Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) hat das eSwiss Zentrum für Innere Medizin in Kooperation mit der Hirslanden Klinik Stephanshorn als Weiterbildungsstätte für Allgemeine Innere Medizin der Kategorie B anerkannt. Dies bedeutet, dass zukünftig Ärzte 2 Jahre ihrer Ausbildung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin am eSwiss Zentrum bzw. in der Klinik Stephanshorn unter der Verantwortung von Prof. Dr. Bernd Schultes absolvieren können. Bereits seit etwa 2 Jahren verfügt die eSwiss Chirurgie in Kooperation mit der Hirslanden Klinik Stephanshorn unter der Leitung von Dr. Martin Thurnheer über die Anerkennung als Weiterbildungsstätte für Allgemeine Chirurgie (2 Jahre) sowie Viszeralchirurgie (1 Jahr). Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die 24h-Notfallaufnahme der Klinik Stephanshorn ebenfalls als Weiterbildungsstätte für Allgemeine Innere Medizin der Kategorie C (1 Jahr) anerkannt ist. Die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin beträgt für Ärzte nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin insgesamt mindestens 5 Jahre. Durch die enge Kooperation der unterschiedlichen Bereiche in der Klinik Stephanshorn sowie im eSwiss Medical & Surgical Center können nun insgesamt 4 der 5 Jahre Facharztweiterbildung an der Klinik Stephanshorn absolviert werden. Das Team des eSwiss Centers freut sich über die Anerkennung sehr und übernimmt gerne die Verantwortung für die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses.