Infos zur Abnehm-Medikament Studie

Aufgrund einer Vielzahl von Anfragen möchten wir noch über folgende wichtige Aspekte informieren: Leider können Personen, die bereits einen Diabetes haben oder sich vorgängig einer bariatrischen Operation (Schlauchmagen, Magenbypass, Magenband) unterzogen haben, nicht an der Studie teilnehmen. Derartige Studien, die letztlich internationalen Zulassungsbehörden vorgelegt werden müssen, um überhaupt irgendwann mal zugelassen zu werden, immer extrem strenge Ein- und Ausschlusskriterien haben. Für Patienten mit Diabetes kann man tröstend sagen, dass das Medikament in den nächsten 2-3 Monaten zur Behandlung des Diabetes zu Verfügung stehen und dann wohl auch regulär von den Krankenkassen bezahlt werden sollte. Um das Problem des Wiederanstiegs des Körpergewichtes im Langzeitverlauf nach bariatrischer Operation wissen wir. Auch hierzu wären Studien bzgl. Behandlungsmöglichkeiten wünschenswert und wir werden versuchen, das Interesse an diesem Thema bei entsprechenden Herstellerfirmen zu erwecken.

Teilnehmer für Studie zu neuem Abnehm-Medikament gesucht

Das eSwiss Center beteiligt sich an einer internationalen Studie zur Wirksamkeit eines neuen Medikaments zur Gewichtsabnahme bei Übergewicht. Das Medikament ist ein etwas abgewandeltes Darmhormon (GLP-1), das bereits zur Diabetes Behandlung ausführlich getestet wurde. Erste Untersuchungen an übergewichtigen Patienten zeigen, dass es sehr gut hilft, Gewicht zu verlieren. Das Medikament muss 1 x pro Woche gespritzt werden, was aufgrund eines automatisches Pens sehr leicht ist und selbst durchgeführt werden kann. Wer teilnehmen möchte muss hoch motiviert sein abzunehmen, und dafür auch etwas tun. Wiederholte Ernährungsberatungen, Protokolle führen, etc.. Das Gute, es werden alle Kosten übernommen inklusive Anreisekosten zu den Terminen (etwa alle 4 Wochen). Die Studie wird über etwa 1.5 Jahren laufen. Wir werden wahrscheinlich nur maximal 10 Personen in die Studie aufnehmen können (weltweit sind es natürlich vielmehr). Wer Interesse an einer Teilnahme hat, sollte sich daher zügig per Mail melden: barbara.ernst@eswiss.center

eSwiss Studie zum Ruheenergieumsatz nach Magenbypass-Operation

Aktuell haben wir die Ergebnisse einer Studie zur Ruheenergieumsatz-Messung bei adipösen Patienten vor und nach einer bariatrischen Operation in der internationalen Fachzeitschrift „Surgery of obesity and related disorders“ veröffentlicht. Gemessen wurde der Ruheenergieumsatz bei insgesamt 233 Patienten vor sowie ein Jahr nach einer Magenbypass-Operation. Um Vergleichswerte zu haben, wurde ein unabhängiges Kollektiv von 852 übergewichtigen bis ausgeprägt adipösen Patienten mit der gleichen Methode der indirekten Kalorimetrie untersucht.  

Es zeigte sich, dass nach der Operation der Ruheenergieumsatz durchschnittlich um etwa 20 % (154 kcal/24h) abnahm, was auf die reduzierte Körpermasse zurückzuführen sein wird. Relativ gesehen lag der Ruheenergieumsatz jedoch ein Jahr nach der Operation etwa 2 % höher als erwartet. Dies suggeriert, dass die Magenbypass-Operation möglicherweise zu einer relativen Erhöhung des Ruheenergieumsatzes führt, was zur Gewichtsreduktion beitragen könnte.  

Interessanterweise konnte die Beurteilung des Ruheenergieumsatzes vor der Operation nicht den Gewichtsreduktionserfolg nach der Operation voraussagen. Daher sehen wir diese recht aufwändige Messung vor der Operation nicht als hilfreich an und führen sie in der täglichen Praxis nicht mehr routinemässig durch.  

Weitere Einzelheiten zu der Studie finden Sie hier.

SGLT2-Hemmer auch bei Typ 1 Diabetes wirksam

Die neue Medikamentenklasse der sogenannten Sodium-Glukose-Cotransporter Typ 2 (SGLT2) Hemmer, welcher zu einer erhöhten Glukoseausscheidung über den Urin führen, haben sich in der Behandlung des Typ 2 Diabetes etabliert. Neben dem gewünschten Effekt der Blutzuckersenkung führen sie zudem auch zu einer leichten Gewichtsreduktion (durchschnittlich 2 kg) und schützen zudem auch noch vor der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Nierenschäden. Vor diesem Hintergrund stellt sich daher die Frage, ob entsprechende Medikamente auch bei Patienten mit Typ 1 Diabetes hilfreich sein könnten.  

Aktuell wurden die Ergebnisse einer Studie zur Anwendung des SGLT2-Hemmers Dapagliflozin (Handelsname Forxiga) bei Patienten mit Typ 1 Diabetes veröffentlicht. Die Studie wurde in 143 Studienzentren in insgesamt 17 Ländern durchgeführt und schloss insgesamt 833 Patienten ein. Es zeigte sich, dass die Behandlung mit Dapagliflozin zu einer Verbesserung der Glukosestoffwechsellage führte, was sich in einer durchschnittlichen Absenkung des HbA1c-Wertes um absolut 0,45 % zeigte. Erfreulicherweise traten unter der medikamentösen Behandlung mit Dapagliflozin keine relevanten Nebenwirkungen auf. Dies stimmt  hoffungsvoll, dass SGLT2 Hemmer auch bei Patienten mit Typ 1 Diabetes nützlich sein könnten. 

In einer Folgestudie geht es nun darum, die Wirkung von Dapagliflozin bei Typ 1 Diabetes Patienten noch genauer zu untersuchen. Das eSwiss Center ist dabei eines der Schweizer Studienzentren. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse, welche wir in der zweiten Jahreshälfte 2018 erwarten.

Kooperation mit Medtronic im Bereich Diabetes-Technologie

Medtronic ist eines der weltweit führenden Medizintechnikunternehmen und auch im Bereich Diabetes-Technologie mit innovativen Produkten gut vertreten. Besonders herausragend ist dabei ihr Produkt MinimedÒ640G, welches aktuell die auf dem Schweizer Markt einzige Sensor-gekoppelte Insulinpumpe darstellt. Insbesondere Typ 1 Diabetes Patienten mit Unterzuckerungsproblemen können von dieser Technologie erheblich profitieren, da die Pumpe automatisch bei einer drohenden Unterzuckerung abstellt und sich bei steigenden Glukosewerten wieder von alleine anstellt. Um das Potenzial derartiger technischer Hilfsmittel optimal ausnutzen zu können, ist eine intensive und wiederholte Anwenderschulung notwendig.  

Aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung ist heute eine qualitativ hochwertige Patientenschulung ohne Kooperationen mit den entsprechenden Herstellerfirmen kaum mehr möglich. Es freut uns daher, dass wir mit Medtronic aktuell eine Kooperation vertraglich vereinbaren könnten. Im Rahmen dieser Kooperation können interessierte Diabetes-Patienten oder Patienten, welche bereits Medtronic Produkte anwenden, gezielt und individuell in Bezug auf die Anwendung der technologischen Produkte durch eine spezifisch geschulte Fachperson (Frau Schnüriger) in unserem Zentrum beraten werden. Vorgesehen ist dabei, dass Frau Schnüriger während der nächsten 6 Monate jeweils Freitagnachmittag bei uns im eSwiss Center für Beratungen zur Verfügung stehen wird. Interessierte können sich gerne für eine Terminvereinbarung bei uns melden (Kontakt: Frau Fecker und Frau Jussel).  

Wir erwarten, dass wir unseren Patienten durch die neu etablierte Kooperation einen optimierten Service bieten und wir uns als eines der führenden Diabetes-Technologie Zentren der Schweiz weiter etablieren können.

eSwiss beteiligt sich an internationaler Studie zur Verhütung von Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Patienten mit Diabetes

Patienten mit Diabetes haben ein hohes Risiko Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu entwickeln.  Auch die Nierenfunktion kann mit zunehmender Diabetesdauer abnehmen, so dass letztlich Dialyseverfahren notwendig werden. Bei der Entstehung entsprechender Erkrankungen spielt eine Überaktivität des hormonellen Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) eine entscheidende Rolle. Eine erhöhte Angiotensin- sowie Aldosteronaktivität hat nicht nur einen blutdruckerhöhenden Effekt, sondern schädigt auch direkt die entsprechenden Organe. Daher werden in der Behandlung häufig „angiotensin converting enzyme“ (ACE) -Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten eingesetzt. 

In den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass eine zusätzliche Blockade des Mineralokortikoidrezeptors und eine damit einhergehende reduzierte Wirkung des Nebennierenrinden-Hormons Aldosteron ebenfalls einen positiven Effekt auf die Prävention von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Niere hat. Leider sind entsprechende Medikamente oft mit Nebenwirkungen behaftet, wie insbesondere das Auftreten von gefährlichen Hyperkaliämien (erhöhte Kaliumwerte im Blut). 

Das Pharma-Unternehmen Bayer hat nun ein neues Medikament entwickelt, welches den Mineralokortikoidrezeptor blockiert, jedoch gemäss ersten Studiendaten deutlich weniger Nebenwirkungen als die bislang etablierten Medikamente aufweist. Dieses neue Medikament mit dem Namen Finerenone wird aktuell in zwei grossen, weltweiten Studien getestet, in denen insgesamt mehr als 10'000 Patienten mit Typ 2 Diabetes behandelt werden. Auf Grund der bisherigen Erkenntnisse wird davon ausgegangen, dass das Medikament die Häufigkeit des Auftretens von kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie von Nierenversagen reduziert. 

Das eSwiss Center beteiligt sich an den Studien, da wir davon überzeugt sind, dass das neue Medikament einen Fortschritt bzgl. der Verhinderung von Spätfolgen der Diabetes-Erkrankung an Herz und Nieren darstellen kann. Sollten Sie Interesse haben an einer der Studien, welche jeweils über 3 – 4 Jahre laufen, teilzunehmen, können Sie sich gerne melden. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie an einem Typ 2 Diabetes leiden und dass bereits eine erhöhte Eiweissausscheidung im Urin als Zeichen der Nierenschädigung bei Ihnen nachgewiesen wurde.

Fortschritte in der Cholesterintherapie

Erhöhte Cholesterinwerte sind nachgewiesenermassen einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Etwa einer von 500 Menschen weist eine sogenannte familiäre Hypercholesterinämie auf, bei der auf Grund genetischer Veränderungen im Cholesterinstoffwechsel insbesondere die LDL-Cholesterinwerte deutlich erhöht sind. Betroffene Personen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie insbesondere Herzinfarkte zu erkranken. Da durch Lebensstilmassnahmen wie Ernährung und körperliche Aktivität die Cholesterinwerte nur etwa um 5 – 10 % gesenkt werden können, ist eine medikamentöse Therapie meist notwendig. Auch bei Patienten, welche auf Grund anderer Faktoren wie beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes mellitus ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollte das LDL-Cholesterin unter risikospezifisch definierte Zielwerte gesenkt werden. 

Standard ist aktuell die Therapie mit sogenannten Statinen, welche zwar sehr effektiv sind, oft jedoch nicht die LDL-Cholesterinwerte ausreichend in den angestrebten Zielbereich senken. Zudem reagieren einige Patienten mit Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen oder Leberwerterhöhung auf entsprechende Präparate, so dass die medikamentöse Therapie nicht fortgesetzt werden kann. 

Durch genetische Analysen konnte man vor etwa 10 Jahren den Cholesterinstoffwechsel, welcher im Wesentlichen durch die Leber gesteuert wird, genauer untersuchen. Man fand heraus, dass insbesondere ein Enzym mit dem komplizierten Namen „Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9“, kurz PCSK9, eine wichtige Rolle im Cholesterinstoffwechsel spielt, indem es das Recycling des LDL-Rezeptors an Leberzellen verhindert. Dieses neu generierte Wissen haben verschiedene Pharma-Unternehmen sich zu Nutzen gemacht, um Medikamente zu entwickeln, welche das Enzym PCSK9 hemmen. 

Mittlerweile sind zwei Medikamente mit den Namen Evolocumab (Handelsname Repatha, Hersteller Amgen) sowie Alirocumab (Handelsname Praluent, Hersteller Sanofi) in der Schweiz zur Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten zugelassen. Da die Medikamente humane Antikörper gegen das PCSK9-Protein sind, müssen sie alle 2 Wochen unter die Haut gespritzt werden. Die Medikamente sind hocheffektiv und sehr nebenwirkungsarm. Unter einer fortgesetzten Statin-Therapie werden dabei LDL-Cholesterinwerte nochmals um etwa 50% gesenkt. 

In einer ersten grossen Endpunkt-Studie, in die über 27'000 Patienten mit bereits etablierten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeschlossen wurden, konnte Evolocumab (Repatha) die Rate neuer Herz-Kreislauf-Komplikationen um insgesamt 15 % über einen Zeitraum von 4 Jahren reduzieren. Zu betonen ist dabei, dass die Patientengruppe, die ein Placebopräparat erhielt, ebenfalls bereits schon sehr effektiv mit Statinen behandelt wurde und im Mittel ein LDL-Cholesterinwert von nur 2,4 mmol/l aufwies. Die zusätzliche Behandlung mit Evolocumab konnte das LDL-Cholesterin im Durchschnitt nochmals um 59 % auf einen Wert von 0,78 mmol/l senken. 

Ähnliche Ergebnisse werden von einer bereits abgeschlossenen Studie namens Odysee zur Wirkung von Alirocumab erwartet, in welche 17'000 Patienten eingeschlossen wurden. Die Ergebnisse dieser Studie werden in den nächsten Tagen publiziert. 

Insgesamt ist die Wirkung sowie der Wirkmechanismus der PSCK9 Hemmer extrem faszinierend. Einziger Wehmutstropfen ist, dass die entsprechenden Therapien mit aktuell etwa 6'000 Fr. pro Jahr noch sehr teuer sind. Wir müssen daher auch in unserem Zentrum sehr genau evaluieren, welche unserer Patienten am wahrscheinlichsten von solch einer teuren Therapie profitieren.

Referenz

Neu: Patientenbroschüre

eSwiss als ärztliche Weiterbildungsstätte für Innere Medizin anerkannt

Das Schweizer Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) hat das eSwiss Zentrum für Innere Medizin in Kooperation mit der Hirslanden Klinik Stephanshorn als Weiterbildungsstätte für Allgemeine Innere Medizin der Kategorie B anerkannt. Dies bedeutet, dass zukünftig Ärzte 2 Jahre ihrer Ausbildung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin am eSwiss Zentrum bzw. in der Klinik Stephanshorn unter der Verantwortung von Prof. Dr. Bernd Schultes absolvieren können. Bereits seit etwa 2 Jahren verfügt die eSwiss Chirurgie in Kooperation mit der Hirslanden Klinik Stephanshorn unter der Leitung von Dr. Martin Thurnheer über die Anerkennung als Weiterbildungsstätte für Allgemeine Chirurgie (2 Jahre) sowie Viszeralchirurgie (1 Jahr). Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die 24h-Notfallaufnahme der Klinik Stephanshorn ebenfalls als Weiterbildungsstätte für Allgemeine Innere Medizin der Kategorie C (1 Jahr) anerkannt ist. Die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin beträgt für Ärzte nach abgeschlossenem Studium der Humanmedizin insgesamt mindestens 5 Jahre. Durch die enge Kooperation der unterschiedlichen Bereiche in der Klinik Stephanshorn sowie im eSwiss Medical & Surgical Center können nun insgesamt 4 der 5 Jahre Facharztweiterbildung an der Klinik Stephanshorn absolviert werden. Das Team des eSwiss Centers freut sich über die Anerkennung sehr und übernimmt gerne die Verantwortung für die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses.